Die Hindenburg zu Gast bei Chronik der Schatten

Shownotes

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00:00:00: Willkommen zu unserer zweiteiligen Sonderfolge zwischen Kohle,

00:00:03: Currywurst

00:00:04: und Mord.

00:00:05: Macht es euch bequem und begleitet uns auf eine Reise in die dunklen Kapitel des Rohrgebietes – und darüber hinaus!

00:00:34: Abgründe vor deiner Tür.

00:00:42: Hallo ihr Lieben!

00:00:44: Hi und hallo!

00:00:45: Und willkommen zurück zu...

00:00:47: Zwischen Kohle,

00:00:48: Currywurst

00:00:50: ...und Mord.

00:00:51: Das hast du wieder sehr schön gesagt.

00:00:54: Meine lieben wundert euch nicht heute wird es ein bisschen anders denn da wir so zu Gast sind bei Chronik der Schatten begrüßen wir als allererstes erst einmal Anche Hallo!

00:01:11: Ja, wir sind jetzt mal gespannt wie das in deiner Folge die wir ja jetzt begleitend assistierend unterstützen mit dabei sein dürfen gleich verlaufen wird und freuen uns natürlich mega dass wir das mit dir machen dürfen.

00:01:27: Und

00:01:28: unsere Hörer sollten ein bisschen vorgewarnt sein.

00:01:32: trotz spektakulären Fall wird es heute ein bisschen anders als sonst ein bisschen länger als sonst aber Vielleicht auch noch viel, viel spannender als sonst.

00:01:42: Ich lass euch mal überraschen!

00:01:44: Freu mich auch dass ich das mit euch zusammen machen konnte und dass ihr bereit wart auch

00:01:48: irgendwie bei mir mitzumachen

00:01:49: weil ich ja doch thematisch in eine andere Richtung als

00:01:53: ihr gehe.

00:01:54: Und...ja,

00:01:55: ich bin gespannt ob eure Hörer genauso viel Spaß daran haben wie meine und vielleicht hat der ein oder andere Lust auch dann rüber zu kommen und ich freue mich vor allem dann auch irgendwann bei euch zu Gast sein.

00:02:08: Aber ja gerne

00:02:09: Da freuen wir uns sehr drauf.

00:02:12: Und dann startet jetzt mal Betty in einem ganz anderen Kontext!

00:02:54: Ja, um zu verstehen was die Hintenburg war muss man erst einmal wissen wo sie herkam.

00:03:02: Denn die Hindenburg war nicht einfach nur ein einzelnes Luftschiff.

00:03:06: Sie war das Ergebnis eines Traums der Jahrzehnte vorher begonnen hatte lange bevor Menschen regelmäßig über den Atlantik flogen lange bevor Flugzeuge zu einem selbstverständlichen Verkehrsmittel wurden, in einer Zeit, in der der Himmel noch nicht erobert war sondern eher wie eine Grenze wirkte.

00:03:26: Dieser Traum kam aus dem Kopf eines Mannes den manche seinerzeit genossen am Bodensee zunächst für einen Träumer hielten.

00:03:35: Ferdinand Adolf Graf von Zeppelin wurde am achten Juli, wurde Soldat und machte Karriere beim Militär.

00:03:49: Er war Offizier, Beobachter, ein Mann der viel reiste – und er technische Entwicklungen sehr genau verfolgte.

00:04:07: In Minnesota traf er auf den deutsch-stammigen Ballonfahrer John Steiner.

00:04:19: Am neunzehnten August, die Zeppelin mit ihm in einem Fesselballon auf.

00:04:26: Für den jungen Offizier muss dieser Moment außergewöhnlich gewesen sein – zum ersten Mal sah er die Welt nicht vom Boden aus!

00:04:34: Nicht vom Pferdrücken oder vom Schlachtfeld sondern von oben….

00:04:38: Ob genau dieser Aufstieg der Ursprung seiner späteren Luftschiffsidee war, lässt sich historisch nicht sicher beweisen.

00:04:47: Das wäre zu einfach erzählt!

00:04:49: Aber dieser Moment gehörte zu den Erfahrungen die Zeppelin geprägt haben.

00:04:55: Später beschäftigte ihn immer stärker die Frage ob man nicht ein Luftfahrzeug bauen könnte das nicht nur aufsteigt und mit dem Wind treibt sondern gelingt werden kann Ein Luftverzeug, das einen Motor hat.

00:05:10: Eine feste Form eine Richtung etwas dass nicht nur fliegt sondern fährt.

00:05:16: Schon in den eighteenhundertsiebziger Jahren entwiderte Zeppelin Ideen für ein lenkbares Luftschiff.

00:05:22: Doch zwischen einer Idee und einem fliegenden Schiff lagen noch viele Jahre.

00:05:27: Er brauchte Geld Technische Unterstützung Material Fachleute Und vor allem Menschen die bereit waren an etwas zu glauben damals kaum realistisch klang.

00:05:41: Am threizenten August, achtzehnhundertachtundneunzig erhielt Zeppelin schließlich ein Patent für lenkbare Luftfahrzeuge mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern.

00:05:54: Dieser Gedanke war entscheidend kein einfacher Ballon der vom Wind abhängig war sondern einen sterren Luftschiff mit Gerippe, mehreren Gaszellen und eigenem Antrieb Ein Fahrzeug für die Luft.

00:06:11: Gebaut wurde dieses erste Luftschiff am Bodensee, in der Mann-Zellerbucht bei Friedrichshafen.

00:06:18: Schon der Bauplatz erzählt viel über das Projekt.

00:06:20: Zeppelin ließ eine schwimmende Montagehalle errichten – das war ungewöhnlich aber praktisch!

00:06:26: Auf dem Wasser konnte sich die Halle mit dem Wind drehen und das empfindliche Luftschift musste beim Herausbringen nicht zeitlich gegen starke Böhnen bewegt werden.

00:06:37: Dieses erste Luftschiff bekam den Namen LZ-I.

00:06:41: Es war hundertundzwanzig Meter lang mit einem Aluminiumgerippe, einer Hülle aus Stoff und mehreren Gaszellen im Inneren.

00:06:53: Im Juni nineteenhundert wurde es mit Wasserstoff gefüllt.

00:06:57: Am Abend des zweiten Juli nineteen hundred war schließlich soweit.

00:07:02: gegen zwanzig Uhr hob LZ-I in der Mannzeller Bucht zum ersten Mal ab.

00:07:08: Menschen standen am Ufer, Boote lagen auf dem Bodensee und über ihnen erhob sich langsam ein Luftverzeug wie es die Welt so noch nie gesehen hatte!

00:07:17: Der Flug dauerte nur etwa achtzehn Minuten.

00:07:21: LZ I legte dabei ungefähr fünf eineinhalb Kilometer zurück.

00:07:27: Aus heutiger Sicht klingt das beinah unscheinbar.

00:07:30: Fünf eineinhalb Kilometer Nicht mal eine halbe Stunde in der Luft?

00:07:34: Kein großer Triumphzug, keine sichere Atlantikfahrt, kein majestätisches Schweben über Städten und Meeren.

00:07:41: Aber für diesen Moment im Jahr nineteenhundert da war es etwas ganz anderes.

00:07:46: Zum ersten Mal hatte sich Zeppelins Idee sichtbar vom Boden gelöst.

00:07:53: Dieses starre Gerippe aus Aluminium Diese gewaltige Hülle Diese Konstruktion, über die so viele gespottet hatten war tatsächlich aufgestiegen.

00:08:03: Sie hatte sich bewegt, sie hatte sich lenken lassen – zumindest ansatzweise!

00:08:09: Sie hatte gezeigt, dass dieser Traum mehr sein konnte als eine Zeichnung auf Papier.

00:08:15: Technisch war dieser erste Flug trotzdem weit entfernt von einem Erfolg, auf dem man sich ausruhen konnte.

00:08:22: Es gab Probleme mit der Steuerung, mit der Stabilität und mit der Leistung.

00:08:27: Das Luftschiff reagierte schwerfällig.

00:08:29: Die Motoren waren schwach, die Konstruktion war empfindlich.

00:08:34: Nach diesem ersten Aufstück war klar – die Idee war möglich!

00:08:38: Aber sie war noch lange nicht ausgereift.

00:08:41: Der eigentliche Anfang der späteren Hindenburg lag also in keinem makelosen Erfolg.

00:08:47: Er lag in diesem kurzen unsicheren Aufstieg über den Bodensee In einem Moment der zeigte, dieser Traum konnte tatsächlich vom Boden abheben.

00:08:57: Es war ein Anfang aber noch lange kein Durchbruch.

00:09:00: Denn nach LZI folgte keine gerade Erfolgsgeschichte.

00:09:05: es folgten weitere Versuche, weitere technische Probleme, weitere Zweifel.

00:09:11: Teppelin musste um Geld kämpfen, um Vertrauen und Unterstützung.

00:09:16: immer wieder ausstand die Frage im Raum ob diese riesigen Luftschäfe wirklich eine Zukunft hatten oder ob hier ein alter Offizier einem unmöglichen Traum nachhängt.

00:09:26: Die früheren Fahrten waren geprägt von Pannen, Rückschlägen und öffentlichem Spott.

00:09:33: Viele Menschen sah an den Zeppelin keinen großen Erfinder sondern einen Mann der sich in eine Idee vorant hatte.

00:09:40: Für sie waren diese Luftschiffe zu groß, zu teuer, zu verletzlich.

00:09:44: Ein beeindruckender Anblick vielleicht aber kein ernstzunehmendes Verkehrsmittel.

00:09:50: Dann kam das Jahr.

00:09:52: LZV sollte zeigen, dass Zeppelins Luftschiffe längere Strecken bewältigen konnten.

00:09:58: Das Schiff war bereits deutlich weiterentwickelt als LZ-I.

00:10:03: Es war größer, leistungsfähiger und Zeppelin stand unter enormem Druck.

00:10:08: Er brauchte einen Erfolg!

00:10:10: Er brauchten den Beweis das sein Luftschiff mehr war als ein Experiment über dem Bodensee.

00:10:18: Doch bei echter Dingen musste LZ-IV nach technischen Problemen notlanden.

00:10:23: Das Schiff lag am Boden, gesichert aber verletzlich.

00:10:27: Dann kam ein Unwetter auf.

00:10:29: starke Böden rissen das Luftschiff los kurz darauf gegen LZ IV in Flammenhof.

00:10:35: Für Zeppelin hätte das das Ende sein können Jahre der Arbeit Millionen an Kosten öffentlicher Spott und nun brannte eines seiner wichtigsten Luftschiffe vor den Augen der Menschen nieder.

00:10:49: Doch dann geschah etwas, womit kaum jemand gerechnet hatte.

00:10:53: Die Katastrophe von echter Dingen zerstörte Zeppelins Traum nicht – sie verwandelte ihn!

00:10:59: In ganz Deutschland begannen Menschen Geld zu sammeln.

00:11:04: Keine kleine symbolische Summe, kein höflicher Trostbetrag, es kamen Millionen

00:11:10: zusammen.".

00:11:12: Arbeiter, Bürger, Vereine, Gemeinden viele wollten das Zeppelin weitermachte.

00:11:18: Aus dem belächelten Visionär wurde ein Volksheld.

00:11:22: Dieser Moment ist wichtig weil er zeigt dass der Zeppelen längst mehr war als eine Maschine.

00:11:28: Er war zu einem Gefühl geworden Zu einem Zeichen dafür Dass Deutschland technisch mithalten ja vielleicht sogar vorangehen konnte.

00:11:36: Die Luftschiffe standen plötzlich wie Fortschritt Stolz und Zukunft.

00:11:41: Ferdinand von Zeppelin erlebte noch, wie aus seiner Idee eine ganze Industrie wurde.

00:11:46: Er sah, wie seine Luftschiffe größer, zuverlässiger und bekannter wurden – doch er erlebnte auch, wie die Erfindung in einer Zeit geriet, die immer stärker vom Krieg bestimmt war.

00:11:57: Zeppelinen starb in den Mitten im ersten Weltkrieg.

00:12:03: Seine Luftschiffen waren in diesem Krieg als Bombenträger eingesetzt worden.

00:12:08: Spätere Darstellungen betonen, dass Zeppelin selbst den militärischen Einsatz seiner Idee kritisch gesehen haben soll.

00:12:16: Sicher ist – er erlebte nicht mehr, wohin sich die Technik nach seinem Tod entwickeln würde!

00:12:23: Der Traum vom Lenkbaren Luftschiff war zu diesem Zeitpunkt längst größer geworden als der Mann, der ihn begonnen hatte.

00:12:30: Nach seinem Tod brauchte dieses Erbe jemanden, der es weiterführte – jemanden ,der aus dem Luftschifff wieder mehr machen wollte des Krieges.

00:12:40: Diese Rolle übernahm Hugo Eckener, ein Mann der die Luftschifffahrt in eine andere Richtung führen wollte.

00:12:47: Hugo Ekena wurde in Flensburg geboren.

00:12:52: Er war ursprünglich Journalist und kam über seine Berichte – über Zeppelins frühe Versuche zum Luftschiffbau.

00:12:59: Zunächst beobachtete er das Projekt kritisch.

00:13:02: Später wurde er zu einem seiner wichtigsten Vertreter.

00:13:05: Unter Eckner wurde Zeppelin Luftschifffahrt Ende der neunzehntundzwanziger Jahre zu einem Symbol deutschen Wiederaufstiegs- und internationaler Verständigung.

00:13:25: In den USA wurde er gefeiert, im Weißen Haus empfangen, international ausgezeichnet – in Deutschland war er zeitweise außerordentlich populär!

00:13:35: Diese Bekanntheit machte ihn später schwer angreifbar und für das NS-Regime zugleich unbequem.

00:13:41: Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten unterdreißig passte Eckner nur schwer in das gewünschte Bild, er galt als eigenständig international angesehen und hatte sich kritisch über Hitler geäußert.

00:13:55: Für ein Regime dass Kontrolle über Bilder Personen und öffentlicher Erzählungen haben wollte war das ein Problem!

00:14:02: Denn Eckner war nicht irgendein Techniker im Hintergrund.

00:14:05: Er war das Gesicht der Zeppelin-Luftfahrt, er stand für die großen Fahrten der Kraftzeppelin, für internationale Anerkennung, für technische Leistungen und eine Form von deutsche Ausstrahlung, die nicht vollständig aus der nationalsozialistischen Propaganda kamen.

00:14:22: Zugleich sollte man ihn rückblickend nicht zu einer klaren Widerstandsfigur machen – sein Verhältnis zum Regime blieb widersprüchlich!

00:14:32: bewegte sich aber weiterhin innerhalb der deutschen Industrie und Lofatstrukturen.

00:14:38: Nach späteren Darstellungen gab es zeitweise Überlegungen, ihn in Schutzhaft zu nehmen – dazu kam es nicht.

00:14:46: Ekenawa international zu bekannt, zu angesehen, zu schwer kontrollierbar.

00:14:50: eine offene Verhaftung hätte Aufmerksamkeit erregt – in Deutschland, aber vor allem im Ausland.

00:14:57: Also ging das Regime einen anderen Weg.

00:15:00: Es nahm Eckner die Macht nicht, mit einem einzigen Schlag.

00:15:05: Es verschob die Machtverhältnisse um ihn

00:15:07: herum.".

00:15:08: Der Zeppelin-Betrieb war auf staatliche Unterstützung angewiesen – Luftschiffe waren teuer!

00:15:13: Ihr Bau kostete enorme Summen und ohne politische sowie finanzielle Rückendeckung war ein Projekt wie die Hindenburg kaum durchzuhalten.

00:15:22: Dort konnte das Regime ansetzen.

00:15:24: In den letzten Jahren wurde die deutsche Zeppelin-Rederei gegründet.

00:15:27: Offiziell ging es darum….

00:15:29: den Betrieb der Zeppeline zu organisieren und wirtschaftlich abzusichern.

00:15:33: Praktisch bedeutete diese neue Struktur aber auch, der Staat bekam deutlich mehr Einfluss auf den Zeppelinverkehr.

00:15:40: Über das Propagandaministerium und das Reichs-Luftfahrtministerium flossen erhebliche Mittel in den Betriebe – wer das Geld gibt bestimmt am Ende oft die Richtung.

00:15:54: Diese Richtung sollte nun immer weniger von Hugo Ekenar allein geprägt werden!

00:15:59: An die Spitze der deutschen Zeppelin-Rederei trat Ernst Lehmann, ein erfahrener Zeppelinkapitän, der dem Regime politisch deutlich näher stand als Eckner.

00:16:12: Damit verschob sich die operative Macht.

00:16:16: Eckner blieb zwar eine bekannte Figur – aber seine Entscheidungen konnten leichter übergangen werden!

00:16:23: Er war noch da, er war noch berühmt und auch mit dem Namen Zeppelen verbunden Aber er war nicht mehr unangefochten.

00:16:30: der Mann, der bestimmte Wofür diese Luftschiffe standen.

00:16:34: Aus einem zivilen Luftfahrtprojekt das Eckner als Zeichen von Fortschritt und Verständigung gesehen hatte wurde nach und nach ein Instrument für Propaganda-, Prestige- und politische Bilder.

00:16:46: In neunzehntsechsunddreißig wurde dieser Konflikt sichtbar.

00:16:49: Die neu fertiggestellte Hindenburg wurde für eine Propagandafahr durch Deutschland eingesetzt – obwohl die Erprobung des Schiffs noch nicht vollständig abgeschlossen.

00:17:00: Bei dieser Fahrt wurde die untere Heckflosse beschädigt.

00:17:04: Für Ekna war das mehr als eine technische Panne, es zeigte ihm dass politische Wirkung plötzlich wichtiger sein konnte als fliegerische Vorsicht.

00:17:13: Nach zeitgenötzlichen Berichten und späteren Darstellungen kritisierte er diese Fahrt sehr scharf.

00:17:20: Die Folge war politisch präsant.

00:17:23: Goebbels ließ Ekna vorübergehend aus der deutschen Presse verschwinden.

00:17:28: Sein Name und sein Bild sollten in den offiziellen Medien nicht mehr auftauchen.

00:17:34: Das war keine Verhaftung, keine offizielle Ausschaltung – aber es war eine Form von Machtentzug!

00:17:41: Das Regime nahm ihm Öffentlichkeit, es nahm im Einfluss.

00:17:45: Es stellte Menschen neben ihnen und über ihnen die bereit waren, die Zeppeline stärker in dem Dienst der nationalsozialistischen Selbstdarstellung zu stellen.

00:17:56: So konnte ein Mann der im Ausland noch immer bewundert wurde, im eigenen Land Schritt für Schritt an den Rand gedrängt werden.

00:18:05: Auch der Name des Luftschiffs war politisch aufgeladen.

00:18:10: Neben Hindenburg war zeitweise auch Germania im Gespräch.

00:18:14: Am Ende wurde das Schiff nach Paul von Hindenburger benannt – dem für das NS-Regime war dieser Name nützlich.

00:18:26: Er verband die neue Technik mit nationaler Tradition, militärischer Autorität und dem Mythos eines Deutschlands dessen Symbolik Hitler längst für sich vereinnahmt hatte.

00:19:10: Bevor wir aber weiter verfolgen wie dieses Luftschiff später eingesetzt wurde müssen wir uns anschauen was da eigentlich gebaut worden war Denn während sich die politische Bedeutung der Hindenburg erst nach und nach verschob begann ihre technische Geschichte schon früher im Januar, in Friedrichshafen.

00:19:33: Dort begann der Bau der LZ-Hundertundzwanzig.

00:19:37: Das Grippe bestand aus Duralaluminium einer leichten und hochfesten Aluminiumligierung.

00:19:46: Der Schiffskörper war als zweihundertvierzig Meter lang und hatte einen Durchmesser von einundvierzzig Komma Zwei Metern.

00:19:54: Mit seiner Höhe von rund vierundvierzig Metern war die Hindenburg fast so hoch wie ein fünftzehnstückiges Haus.

00:20:01: Zum Vergleich, die Titanic war zwahundertneunundsechzig Meter lang.

00:20:07: Die Hindenburger war also etwas kürzer aber in ihrer Wirkung ähnlich monumental.

00:20:13: Sie stand für menschlichen Ehrgeiz technische Möglichkeiten und eine nationale Selbstdarstellung die bald politisch vereinnahmt werden sollte.

00:20:23: Das Luftschiff hatte sechszehn Tragaszellen mit einem Gesamtvolumen von rund zweihunderttausend Kubikmetern.

00:20:33: Als Antrieb dienten vier spezial entwickelte Daimler-Benz Dieselmotoren, die in den Gondeln unter dem Ruhm fingen.

00:20:42: Die Hindenburg konnte eine Höchstgeschwindigkeit von etwa hundertdreißig Kilometern pro Stunde erreichen.

00:20:49: Ihre übliche Reisegeschwindigkeiten lag niedriger ungefähr im Bereich von hundertzwanzig bis hundertfünfundzwanzige Kilometern pro Stunde.

00:20:59: Ursprünglich war das Schiff für Helium vorgesehen, Helium ist chemisch sehr träger und für ein Passagierschiff deutlich sicherer als Wasserstoff.

00:21:09: es brachte zwar etwas weniger Auftrieb hatte aber einen entscheidenden Vorteil Es war wesentlich weniger gefährlich.

00:21:17: Für ein Luftschiff, das Menschen über den Atlantik bringen sollte, war das ein enormer Punkt.

00:21:23: Hugo Eckner hatte schon neunzehnundneinzwanzig mit US-Präsident Herbert Hoover über mögliche Heliumlieferungen gesprochen.

00:21:32: Das zeigt wie früh den Verantwortlichen klar war dass Helium für die Zukunft der Passagierschiffe der bessere Weg gewesen wäre.

00:21:44: Helium war selten, teuer und strategisch wertvoll.

00:21:48: Die wichtigsten Vorkommen lagen damals in den USA.

00:21:52: Dort wurde der Export streng kontrolliert weil Helium auch als militärisch bedeutsamer Rohstoff galt besonders weil die US-Marine selbst mit großen Luftschiffen arbeitete.

00:22:04: Für die Zeppelinwerke bedeutete das Selbst wenn technisch vieles für Helium sprach war Deutschland auf eine politische Entscheidung der USA angewiesen.

00:22:14: Als die Nationalsozialisten in Deutschland an die Macht kam, wurde diese Frage noch heikler.

00:22:20: Aus amerikanischer Sicht ging es nun um ein Land dessen politische Entwicklung zunehmend aggressiver und unberechenbarer wurde.

00:22:28: Ein helium gefülltes deutsches Luftstift hätte auch militärisch nutzbar sein können.

00:22:34: Es wäre schwerer in Flambe gewesen als ein Wasserstoff-Luftschiff Und damit weniger verwundbar.

00:22:40: Die erhoffte Lieferung kam deshalb nicht zustande.

00:22:43: Die amerikanischen Ausfuhrbeschränkungen blieben bestehen.

00:22:47: Für die Zeppelin-Berke bedeutet das, der sichere Plan war politisch blockiert.

00:22:52: Die Hindenburg musste mit dem Gas gefüllt werden, dass in Deutschland verfügbar war – Wasserstoff!

00:22:58: Wasserstoff hatte einen großen Vorteil er war sehr leicht vergleichsweise gut verfügba und lief hatte enorm Auftrieb.

00:23:06: Für ein Luftstift dieser Größe war das entscheidend.

00:23:10: Jeder Kubikmeter tragt Gas bedeutete Gewicht.

00:23:12: Das getragen werden konnte, Passagiere, Gepäck, Treibstoffe, Vorräte, Post und Fracht.

00:23:19: Der Preis dafür war das Risiko.

00:23:22: Wasserstoff war hochentzündlich Ein Funke Die richtige Mischung mit Luft Eine ungünstige Situation Und aus dem Gas dass das Schiff trug Konnte eine tödliche Gefahr werden.

00:23:35: Trotzdem wäre es falsch, den Ingenieuren der Hindenburg einfache Fahrlässigkeit zu unterstellen.

00:23:41: Sie kannten das Risiko – sie palanten ursprünglich mit Helium und entwickelten sogar technische Lösungen um dieses seltene und teure Gas möglichst im Schiff zu halten.

00:23:52: Denn bei einem Luftschiff musste während der Fahrt ständig das Gleichgewicht zwischen Gewicht- und Auftrieb kontrolliert werden.

00:24:00: Wenn die Motoren Treibstoff verbrannten wurde das Schiff leichter.

00:24:04: Wurde es zu leicht, musste Tracas abgelassen werden, damit es nicht unkontrolliert stieg.

00:24:10: Bei Wasserstoff war das ein Verlust aber technisch verkraftbar.

00:24:14: Wasserstoff gießt sich vergleichsweise leicht ersetzten – bei Helium sah das anders aus.

00:24:20: Jeder abgelassene Kubikmeter hätte den Verluste eines seltenen teuren und politischen schwer zugänglichen Gases bedeutet.

00:24:29: Deshalb gab es für die Hindenburg besondere Überlegungen.

00:24:33: Eine dieser Ideen waren innere Wasserstoffzellen, die innerhalb größerer Heliumzellen liegen sollten.

00:24:39: Man kann sich das einfach wie eine Gaszelle in einer Gaselle vorstellen.

00:24:44: Außen hätte das nicht brennbare Helium gelegt.

00:24:47: Innen geschützt durch diese Heliumgebung hätte sich der Wasserstoff befunden.

00:24:53: Wenn während der Fahrt Traggas abgelassen werden musste, hätte man den Wasserstopp ablassen können.

00:24:59: Das wertvolle Helium wäre im Schiff geblieben.

00:25:02: Das war eine komplizierte, aber durchdachte Idee.

00:25:05: Sie zeigt wie sehr die Konstrukteure versuchten, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und technische Machbarkeit zusammenzubringen.

00:25:13: Auch ein weiteres System war geplant – Die Rückgewinnung von Wasser aus dem Motorgasen.

00:25:20: Das klingt erst einmal unscheinbar!

00:25:22: War aber für einen Luftschiff sehr wichtig.

00:25:24: Ein Luftschiffs musste ständig sein Gewicht im Gleichgewicht halten.

00:25:29: Wenn die Motoren Diesel verbrannten, wurde das Schiff im Laufe der Fahrt leichter.

00:25:33: Um dieses Gewicht auszugleichen brauchte man Ballast – also zusätzliches Gewicht meistens Wasser!

00:25:41: Die Idee war deshalb aus den Abgasen der Motoren Wasser zurück zu gewinnen.

00:25:45: Dieses Wasser hätte als Ballast dienen können.

00:25:48: So hätte man weniger Traggas ablassen müssen weil das Schiffs durch das zurückgewonnene Wasser wieder Gewicht bekommen hätte.

00:25:55: Auch daran sieht man, die Hindenburg war keine primitive fliegende Gasblase.

00:26:00: Sie war eine hochkomplexe Maschine bei der Gewicht auf Drehbgas, Treibstoffwetter und Sicherheit ständig zusammen gedacht werden mussten.

00:26:10: Als klar wurde das die USA kein Helium liefern würde, wurde dieses besondere Heliumsparsystem aufgegeben.

00:26:18: Die inneren Wasserstoffzellen wurden nicht umgesetzt.

00:26:21: Auch das geplante System zur Wassergewinnung aus den Motorabgasen wurde in dieser Form nicht realisiert.

00:26:28: Übrig blieb ein Luftschiff, dessen Konstruktion noch Spuren eines Sicherheitskonzeptes trug – dass nie vollständig Wirklichkeit wurde.

00:26:38: Darin liegt ein Kern der Geschichte.

00:26:41: Die Hindenburg war eine technische Meisterleistung.

00:26:43: Gleichzeitig war sie ein Kompromiss Gebaut mit großem Wissen, großem Können und großem Anspruch.

00:26:50: Aber abhängig von einer politischen Weltlage die den sicheren Weg versperrte.

00:26:56: am Ende flog sie mit Wasserstoff Mit einem Gas das sie in die Luft hob Und mit einem Risiko dass immer mitflug.

00:27:15: Danke dass du zugehört hast.

00:27:17: Das war zwischen Kohle Currywurst und Mord.

00:27:20: Der nächste

00:27:20: Fall

00:27:21: wartet bereits Skript Betty & Charlie Musik und Sounddesign.

00:27:28: Chris Noctis.

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