Die Hindenburg Teil 2 -Zu Gast bei Chronik der Schatten

Shownotes

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00:00:00: Willkommen zu unserer zweiteiligen Sonderfolge zwischen

00:00:03: Kohle, Currywurst

00:00:04: und Mord.

00:00:05: Macht es euch bequem

00:00:06: und begleitet

00:00:07: uns auf eine Reise in die dunklen

00:00:08: Kapitel

00:00:09: des

00:00:09: Rohrgebietes

00:00:10: – und darüber hinaus!

00:01:09: Wer am Bord der Hindenburg ging, dachte vermutlich zuerst an Luxus, Technik und Geschwindigkeit.

00:01:15: Die Innenausstattung stammte vom deutschen Architekten Fritz August Bräuhaus de Groot.

00:01:20: Sein Auftrag war es einen Ort zu schaffen, der trotz der technischen Enge eines Luftschiffs elegant ruhig und großzügig wirkte.

00:01:28: Auf dem oberen A-Deck, dem Haupt Passagierdeck lagen Speisesaal, Wandelhalle Schreib- und Lesezimmer sowie Promenadenbereiche mit großen Fenstern.

00:01:38: Die Hindenburg flog oft in vergleichsweise geringer Höhe, dadurch konnten die Passagiere Landschaften, Küstenlinien Städte und Inseln sehen als würden sie über eine bewegte Landkarte gleiten.

00:01:49: In der ersten Saison befand sich an Bord sogar ein eigens angefertigter Flügel der Leipziger Klavierbaufirma Blütner.

00:01:56: Normalerweise sind solche Konzertflügel schwer, groß und für ein Luftschiff eigentlich völlig unpraktisch.

00:02:02: Dieser Flügel wurde deshalb besonders leicht gebaut unter anderem mit Aluminium um Gewicht zu sparen.

00:02:08: Trotzdem hatte er eine echte Klaviatur und wurde an Bord tatsächlich gespielt.

00:02:14: Am achten Mai in nineteenhundertsechsendreißig wurde in der Longe eine katholische Messe gefeiert Gehalten von Prater Paul Schulte.

00:02:21: Begleitet wurde sie musikalisch von dem Dresdener Pianisten Franz Wagner.

00:02:26: Unter dem A-Dec lag das B-Dek mit Waschräumen, Küche, Quubereichen und einem Rauchersalon.

00:02:32: Ein Raucharsalon in einem mit Wasserstoff gefüllten Luftschiff klingt absurd – tatsächlich war dieser Raum eine streng überwachte technische Sonderzone!

00:02:42: Der Rauchersalon war vom übrigen Passagierbereich durch eine Schleuse getrennt und stand unter leichten Überdruck, damit kein Wasserstoff eindringen konnte.

00:02:50: Offene Flammen, Streichhölzer und eigene Feuerzeuge waren am Bord nicht erlaubt.

00:02:55: Im Rauchtersalon gab es eine kontrollierte elektrische Zündvorrichtung und der Raum wurde durch Personal überwacht.

00:03:02: Trotzdem bleibt dieser Raum aus heutiger Sicht fast unbegreiflich – Menschen rauchten in einem Luftschiff das mit Wasserstoff gefüllt.

00:03:10: An Bord kümmerten sich Stewards, Köche und weiteres Personal um die Passagiere.

00:03:15: Es gab Porzellanen, Tischdecken, Besteck, gedruckte Speisekarten.

00:03:19: Wer auf der Hindenburg-Reiste erlebte eine Form von Komfort, die man eher mit der großen Atlantik Schifffahrt verbannt als mit der frühen Luftfahrt.

00:03:27: Nur war dieses Luftschiff deutlich schneller als ein Schiff auf dem Atlantikum.

00:03:31: Ganz so großzügig wie auf einem Ozeandampfer war es allerdings nicht überall!

00:03:36: Die öffentlichen Räume wirkten elegant und weit – die Kabinen selbst waren eher klein….

00:03:41: Sie erinnerten mehr an Schlafwagenabteile im Zug als an Hotelzimmer.

00:03:46: Die Kabinen auf dem Ahrdeck hatten zwei übereinander liegende Schlafplätze, ein Bett war fest eingebaut und das obere konnte tagsüber hochgeklappt werden.

00:03:54: Dazu kamen wenige Dinge – ein kleiner Sitz oder Klappplatz, einen Waschbecken, Haken, etwa Stauraum – alles war auf Gewicht ausgelegt!

00:04:03: Das ist ein spannender Gegensatz.

00:04:05: Die Hindenburg verkaufte sich als Luxusreise und in vieler Hinsicht war sie.

00:04:10: Aber Luxus bedeutet hier keine riesigen Privatsuite.

00:04:13: Luxus bedeutete Geschwindigkeit, Ruhe, Service, Aussicht und das Gefühl etwas zu erleben, dass nur sehr wenige Menschen überhaupt erleben konnten.

00:04:23: Günstig war diese Reise allerdings nicht!

00:04:25: Ein einfacher Fahrschein über den Atlantik kostet die Rieselmarsch im Jahr von unheimlichem.

00:04:32: Das entsprach ungefähr vierhundertfünfzig US-Dollar.

00:04:35: Für damalige Verhältnisse war dies eine enorme Summe.

00:04:39: Nach heutiger Kaufkraft lässt sich das nicht ganz sauber in Euro umrechnen, weil solche Vergleiche je nach Methode stark schwanken.

00:04:46: Sicher ist aber eine Reise mit der Hindenburg war nichts Alltägliches – sie lag im Bereich einer sehr teuren Luxusreise und war für normale Arbeiterfamilien praktisch unerreichbar.

00:04:57: Zum Vergleich?

00:04:58: Eine erste Klasse Passage auf einem deutschen Ozeandampfer konnte deutlich günstiger sein!

00:05:03: Die Hindenburgr war also kein Verkehrsmittel für jedermann….

00:05:07: Ihre Passagiere waren oft wohlhabend, international vernetzt oder beruflich darauf angewiesen den Atlantik schnell zu überqueren.

00:05:15: Industrielle, Diplomatenfamilien, Geschäftsleute, Künstler und Journalisten.

00:05:20: Von der Jungfernfahrt am vierten März neunzehnhundertsechsendreißig bis zum Unglück am sechsten Mai neunzenhundertsiebenund dreißig absolvierte die Hindenburg dreiundsechzig Fahrten.

00:05:30: Sie legte insgesamt rund dreihundert siebenund dreissichtausend Kilometer zurück und kam auf etwa dreitausend Flugstunden.

00:05:48: Um zu verstehen, wie modern das damals wirkte, muss man den Vergleich zum Schiff ziehen.

00:05:53: Die Hindenburg brauchte für die Nordatlantikstrecke ungefähr zweieinhalb Tage – die schnellsten Ozeandampfer der Zeit benötigten etwa fünf Tage.

00:06:02: Langsamere Schiffe konnten deutlich länger unterwegs

00:06:04: sein.".

00:06:05: Diese Zeitersparnis war ein gewaltiges Argument.

00:06:08: Wer auf der Hindenburg reiste, kaufte Komfort aber vor allem Zeit und Zeit war damals wie heute ein Privileg!

00:06:15: Die schnellste bekannte Atlantik-Überquerung der Hintenburg führte im August neunzehntundertsechsendreißig von Laekurs zurück nach Deutschland.

00:06:23: Begünstigt durch günstige Winde erreichte das Schiff dabei eine außergewöhnlich hohe Durchschnittsgeschwindigkeit.

00:06:30: Die Südamerika-Fahrten dauerten deutlich länger, zeigten aber, welche Reichweite und Leistungsfähigkeit diese Luftschiffe hatten.

00:06:38: Das Schiff war gut nachgefragt – für die Saison in den USA wurde zusätzliche Kabinen eingebaut.

00:06:44: Die Kapazität wurde auf bis zu seventy zwei Schlafplätze erhöht.

00:06:48: Zehn Hin- und Rückfahrten zwischen Europa und den USA waren geplant.

00:06:53: Diese Saison sollte zeigen, dass die Hindenburg kein Experiment mehr war sondern ein reguläres Verkehrsmittel.

00:06:59: Dazu kam es nicht.

00:07:36: Über den deutschen Städten wurden Propagandaflugblätter abgeworfen, aus Lautsprechern erklangen politische Berichte und Musik.

00:07:47: Das NS-Regime nutzte diese Fahrt im Zusammenhang mit der Reichstagswahl und der Abstimmung über die bereits erfolgte Besetzung des entmilitarisierten Rheinlands.

00:07:58: Auf den Heckflossen des Luftschiffs waren große Hakenkreuzflagen angebracht.

00:08:03: Für die Nationalsozialisten war die Hindenburg ein ideales Bild.

00:08:07: Gewaltig, modern, deutsch, weit hinsichtbar!

00:08:12: Das Luftschiff konnte über Städten erscheinen, über Menschenmassen schweben und den Eindruck vermitteln – hier fliege die Zukunft.

00:08:21: Dabei war die Begeisterung innerhalb der NS-Führung keineswegs einheitlich.

00:08:26: Für Hermann Göring und das Reichsluftfahrtministerium waren Flugzeuge militärisch deutlich interessanter.

00:08:33: Luftschiffe waren langsam, groß und verletzlich.

00:08:37: Als Propaganda-Bild waren sie aber wertvoll.

00:08:41: Am ersten August neunzehntesunddreißig zur Eröffnung der olympischen Sommerspiele in Berlin flog die Hindenburg über das Olympia-Stadion.

00:08:50: Hunderttausende Zuschauer sahen Sie!

00:08:53: Die Weltpresse war versammelt – Das Bild des Zeppelins mit Hakenkreuzflagen über dem Olympiastadion ging um die Welt.

00:09:02: Olympia war aber nicht der einzige große Auftritt dieser Art.

00:09:07: Im September neunzehntundertsechs und dreißig wurde die Hindenburg erneut in Szene gesetzt, diesmal im Umfeld des Reichsparteitags der NSDAP in Nürnberg.

00:09:19: Daran sieht man wie schnell das Schiff seine Zivile unschuld verlor.

00:09:24: Nach außen wars ein Passagierluftschiff eine technische Spitzenleistung – ein Zeichen moderner Mobilität!

00:09:32: Gleichzeitig wurde es immer wieder in politische Bilder eingebaut über Stadien, Menschenmengen und Parteiveranstaltungen.

00:09:41: Damit wurden die Hindenburg zu etwas doppeltem.

00:09:44: Für die Passagiere war sie ein luxuriöses Verkehrsmittel – für das Regime war sie eine fliegende Bühne!

00:09:51: Für Hugo Eckner war diese Entwicklung schwer zu ertragen.

00:09:55: Er hatte die Luftschifffahrt als Symbol der Verständigung gesehen, als die viele Technik als Verbindung zwischen Kontinenten.

00:10:02: Nun trug sein Schiff das Zeichen eines Regimes durch die Welt, dass er politisch ablehnte.

00:10:08: Sein Einfluss war zu diesem Zeitpunkt aber bereits stark begrenzt.

00:10:12: Der Bau und der Betrieb der Hindenburg waren eng mit staatlicher Unterstützung verbunden.

00:10:18: Das Regime hatte das Luftschiff längst für sich vereinnert.

00:10:23: Als Eckner sich neunzehnundsechsunddreißig erneut gegen politische Einsätze stellte wurde er weiter aus der Öffentlichkeit gedrängt.

00:10:31: Der bekannteste Luftschiffmann der Welt wurde in der deutschen Presse zunehmend unsichtbar.

00:11:25: Die Katastrophe von Lake Hurst lässt sich auf keinen einzelnen früheren Moment reduzieren.

00:11:31: Was es aber gab, war ein Spannungsfeld das die Hindenburg von Anfang an begleitete – Technik, Politik, wirtschaftliche Erwartungen und ein Risiko dass immer mitflog.

00:11:43: Im März neunzehnhundertsechsunddreißig war die Hintenburg noch ein sehr neues Luftschiff.

00:11:48: Sie hatte gerade erst ihre ersten Erprobungsfahrten absolviert.

00:11:52: Eigentlich brauchte sie zu diesem Zeitpunkt vor allem weitere Tests.

00:11:56: Man musste sehen wie die Motoren liefen, wie das Schiff auf Wind und Wetter reagierte, wie sich die Steuerung verhielt, wie die Besatzung zusammenarbeitete und an welchen Stellen nachgebessert werden musste.

00:12:08: Ein Zeppelin dieser Größe war kein Fahrzeug dass man nach dem Bau einfach in den Linienverkehr schickte.

00:12:14: er musste eingeflogen beobachtet und angepasst werden.

00:12:18: Doch die Hindenburg war zu diesem Zeitpunkt längst mehr als ein technisches Projekt.

00:12:23: Sie war ein Bild, ein riesiges schwebendes Bild deutscher Ingenieurskunst!

00:12:28: Für das NS-Regime war dieses Bild politisch wertvoll.

00:12:32: Deshalb wurde die Hintenburg im März neunzehnhundertsechsen dreißig gemeinsam mit der älteren Kraft Zeppelin für eine große Deutschlandfahrt eingesetzt.

00:12:41: Diese Fahrt stand im Zusammenhang mit der Reichstagswahl und der Abstimmung über die bereits erfolgte Rheinland-Besetzung.

00:12:49: Aus Lautsprechern wurden politische Botschaften übertragen, aus der Luft wurden Flugblätter abgeworfen – und über den Städten erschienen zwei gewaltige Luftschiffe am Himmel!

00:12:59: Für die Menschen unten musste das beeindruckend gewesen sein.

00:13:03: Für das Regime war es eine perfekte Inszenierung, für Hugo Ekena war's problematisch….

00:13:09: Aus seiner Sicht hätte die Hindenburg zu diesem Zeitpunkt weitere Erprobung gebraucht, mehr Zeit, mehr technische Sicherheit, mehr Routine für Besatzung und Bodenmannschaften.

00:13:20: Schon bei dieser frühen Propagandafahrt zeigte sich wie empfindlich die Hintonburg trotz ihrer gewaltigen Größe sein konnte – in der Luft wirkte sie ruhig, majestätisch und fast schwerelos!

00:13:32: Am Boden sah die Sache anders aus.

00:13:35: Dort war sie ein riesiger Körper, gefüllt mit Gas abhängig von Wind-, Wetter-, Haltemannschaften-, Seilen- und sehr genauer Koordination.

00:13:45: Bei ungünstigen Windverhältnissen kam es im März neunzehntonundertsechsunddreißig zu einem Zwischenfall.

00:13:51: Die Bodenmannschaft verlor zeitweise die Kontrolle über das Schiff Das Heck schlug auf dem Boden und die untere Heckflosse wurde beschädigt.

00:13:59: Der Schaden wurde repariert, die Hindenburg konnte später weiter eingesetzt werden.

00:14:04: Für sich genommen war dieser Vorfall keine Katastrophe.

00:14:08: Trotzdem erzählt er etwas über das Wesen dieses Luftschiffs.

00:14:11: Er zeigt wie wenig Spielraum es bei einem Flugkörper dieser Größe gab – ein ungünstiger Windstoß, ein schwieriges Manöver, ein kurzer Moment fehlender Kontrolle und schon konnte ein technisches Prestigeprojekt bestätigt.

00:14:27: Für Ekenar war dieser Vorfall deshalb mehr als eine Panne.

00:14:30: Er zeigte ihm, dass politische Wirkung plötzlich vorrang vor fliegerischer Vorsicht bekommen konnte.

00:14:36: Die Hindenburg sollte in diesem Moment wirken – sie sollte über Deutschland erscheinen, Flugblätter abwerfen, Menschen beeindrucken und dem Regime ein Bild von Größe- und technischer Stärke liefern.

00:14:47: Aus fliegersicher Sicht war das Heikel.

00:14:50: Zusätzliche Erprobungsfahrten wurden zugunsten dieser Propagandafahrt verschoben oder verkürzt.

00:14:56: Kurz darauf traten bei der ersten Atlantikfahrt Motorprobleme auf.

00:15:00: Spätere Darstellungen weisen darauf hin, dass solche Probleme bei ausführlicherem Test möglicherweise früher aufgefallen wären.

00:15:09: Das heißt aber nicht das diese Motorproblemen etwas mit dem späteren Brand von Lay-Curse zu tun hatten – dafür gibt es keinen Beleg!

00:15:16: Der Punkt ist ein anderer….

00:15:17: Schon in der frühen Phase der Hindenburg zeigt sich der Konflikt zwischen technischer Vorsicht und politischem Erwartungsdruck.

00:15:24: Nach außen sollte das Schiff stärker ausstrahlen.

00:15:27: Hinter den Kulissen blieb es ein hochkomplexes technisches System, bei dem unzählige Faktoren zusammenspielten – Motoren-, Gasdruck-, Ballast-, Material-, Wetter-, Steuerung-, Landemanöver- und menschliche Entscheidungen!

00:15:42: Nach der Saison neunzehnhundertsechsen dreißig hatte sich die Lage verändert.

00:15:46: Die Hindenburg war inzwischen kein unerprobtes Luftschiff mehr.

00:15:49: Sie hatte lange Strecken bewältigt, war über den Atlantik geflogen, hatte Nordamerika und Südamerika erreicht, Passagiere befördert, Post transportiert und Pressebilder geliefert die um die Welt ging.

00:16:01: Das Wagnis wirkte nach außen immer mehr wie Routine.

00:16:05: Für die Saison von hier wurde das Schiff gewartet und umgebaut.

00:16:09: Es wurden zusätzliche Kabinen eingebaut, weil die Hindenburg mit Wasserstoff fuhr und dadurch mehr Auftrieb hatte als bei einer Heliumfüllung konnte ihre Passagierkapazität auf bis zu zwei und siebzig Schlafplätze erhöht werden.

00:16:23: Für die deutsche Zeppelin-Redeihe war das wirtschaftlich wichtig – mehr Plätze bedeutete mehr Einnahmen!

00:16:29: Gleichzeitig stieg damit auch der Anspruch.

00:16:31: Die Hindenburg sollte als regelmäßiges Verkehrsmittel über dem Atlantik bestehen, die neue Saison sollte also zeigen dass dieses riesige Luftschiff dauerhaft zuverlässig eingesetzt werden konnte.

00:16:43: an dieser Stelle liegt kein Widerspruch im März.

00:16:48: Im Mai, sie hatte bereits viel Erfahrung gesammelt.

00:16:54: Doch Erfahrung bedeutet nicht dass die grundlegenden Risiken verschwunden waren.

00:16:58: Sie wurden vertrauter geworden – mehr nicht!

00:17:02: Das Schiff blieb riesig es bliebe wetterempfindlich.

00:17:04: Es wurde weiterhin von Wasserstoff getragen.

00:17:07: Jede Fahrt hing davon ab das Technik, Wetter, Material Bodenmannschaften und Entscheidungen ineinandergriffen.

00:17:14: Eine weitere Ebene möchte sich an dieser Stelle nur vorsichtig markieren, weil sie später noch einmal wichtig werden wird.

00:17:20: Sabotageängste In verschiedenen Darstellungen tauchen Hinweise auf Warnungen und Drohungen auf die mit möglichen Anschlagsbefürchtung in Verbindung gebracht wurden.

00:17:30: Wie konkret diese Hinweise waren wer davon wusste?

00:17:33: Und wie ernst sie genommen wurden lässt sich aus dem verfügbaren Quellen nicht eindeutig rekonstruieren.

00:17:39: Für diesen Moment ist deshalb nur wichtig.

00:17:42: Auch solche Gedanken gehören zur Atmosphäre dieser Zeit.

00:17:45: Die Hindenburg war kein neutrales Verkehrsmittel irgendwo außerhalb der Weltpolitik, sie trug Hakenkreuzflagen, sie war ein Prästischobjekt des NS-Regimes, sie flog zwischen Kontinenten in einer Zeit, in der Europa immer angespannter wurde.

00:18:00: Ob daraus eine reale Gefahr entstand ist eine andere Frage – die müssen wir später stellen wenn es um die Ursachen und die Ermittlungen geht!

00:18:07: An dieser Stelle bleibt festzuhalten….

00:18:09: Die eigentlichen Vorzeichen lagen weniger in einem einzelnen klaren Warnsignal.

00:18:14: Sie lagen in der Gesamtsituation, ein Luftschiff mit enormem Anspruch, politischer Druck, wirtschaftliche Erwartungen, technische Kompromisse, Wasserstoffe in den Gaszellen, Wetterabhängigkeit bei jeder Fahrt und ein System das nur funktionierte wenn unzählige Dinge gleichzeitig richtig

00:18:31: liefen.".

00:18:33: Mit all dieser Erfahrung, all diesem Prästisch und all diesen offenen Risiken startete die Hindenburg am dritten Mai, zu ihrer letzten Fahrt.

00:19:19: Direktor der deutschen Zeppelin Rederei.

00:19:21: Er reist als Beobachter mit.

00:19:24: Unter den Passagieren ist der amerikanische Akrobat Josef Spehl, er war mit seiner Familie in Deutschland gewesen und wollte zurück in die USA.

00:19:34: Im Gepäckbereich befindet sich sein Hund.

00:19:37: Spät durfte dem Bereich mehrfach aufsuchen um nach dem Tier zu sehen.

00:19:41: Dieser Umstand spielte später in Sabotage-Spekulation eine Rolle.

00:19:46: Wichtig ist aber Gegen Jusispeh wurden keine belastbaren Beweise gefunden.

00:19:52: Die Atlantik-Überquerung dauerte mehrere Tage, gegen Wind verzögerte die Ankunft um mehrere Stunden.

00:19:59: Am sechsten Mai näherte sich die Hindenburg der amerikanischen Ostküste.

00:20:04: Sie fliegt über New York.

00:20:06: Menschen bleiben auf den Straßen stehen und schauen nach oben.

00:20:09: Das Schiff fliege vergleichsweise tief.

00:20:12: Die Hakenkreuzflaggen an den Heckflossen sind zu erkennen.

00:20:16: Über Lake Hurst, New Jersey liegt schlechtes Wetter.

00:20:20: Gewitter ziehen über das Gebiet.

00:20:23: Die Landung wird zunächst verschoben.

00:20:25: Captain Max Prus lässt der Schiff Badeschleifens fliegen.

00:20:30: Die Passagiere werden unruhig.

00:20:32: Der Zeitplan ist eng!

00:20:34: Die Hintenburg sollen nach der Landung eigentlich bald wieder zurück nach Europa fahren, damit einige Reisende rechtzeitig zur Krönung von König George, dem Sechsten am zwölften Mai in England sein können.

00:20:48: Gegen Abend bessert sich das Wetter – Der Regen lässt nach die Landeerlaubnis kommt.

00:20:54: Um neunzehn Uhr ein Zwanzig werden die Landetaue aus dem Schiff zu Boden gelassen.

00:20:59: Die Bodenmannschaft greift nach den Seilen.

00:21:01: Für die Beteiligten ist das ein bekanntes Manöver, die Hindenburg war schon häufig sicher gelandet.

00:21:07: Auf dem Feld stehen Reporter, Fotografen, Kameraleute und Schaulustige.

00:21:13: Unter ihnen Herbert Morrison vom Sender WLS Chicago mit seinem Toningenieur Charlie Nelson Morrissen nimmt die Landung für eine spätere Ausstrahlung auf.

00:21:25: Für ihn ist es ein Termin mit Nachrichten wert, aber kein Moment, bei dem jemand eine Katastrophe erwartet.

00:21:33: Dass so viele Reporter vor Ort sind, ist kein Zufall.

00:21:35: Die Hindenburg eröffnet an diesem Tag die Nordatlantik-Saison neunzehnunddreißig.

00:21:41: Für die Presse ist das ein Ereignis.

00:21:44: Die Rückkehr des riesigen deutschen Luftschiffes nach Lakehurst der Beginn einer neuen Saison der Beweis, dass die Verbindung zwischen Europa und Amerika funktionieren soll.

00:21:55: Geplant ist keine Katastrophenberichterstattung, geplant sind Bilder eines gelungenen technischen Moments eines majestätischen Luftschiffes einer Routine-Landung Passagiere, die nach mehreren Tagen Atlantikfahrt aussteigen Alles an diesem Abend ist auf Normalität eingestellt.

00:22:14: Darin liegt die Wucht dessen was folgt.

00:22:17: Die Kameras laufen Weil man Erfolg dokumentieren will.

00:22:21: Am Ende dokumentieren sie das Gegenteil.

00:22:24: Wenige Minuten vergehen, dann geschieht es.

00:22:27: Einige Augenzeugen berichten später von einem bläulichen Schimmer im Heckbereich.

00:22:33: möglicherweise Emsfeuer also elektrische Entladung in einer gewitter geladenen Atmosphäre.

00:22:41: andere sehen zuerst eine kleine Flamme.

00:22:44: Sekunden später steht Der hintere Teil des Luftstiffes entbrannt.

00:22:50: Herbert Morrison spricht weiter in sein Mikrofon, seine Stimme bericht.

00:22:54: Er schreit und ringt um Worte – er ist hörbar überwältigt!

00:22:59: Diese Aufnahme wird nicht live ausgestrahlt.

00:23:03: Sie wird vor Ort auf Tonträger aufgenommen und am nächsten Tag gesendet.

00:23:08: Trotzdem wird sie zu einer der bekanntesten Katastrophenaufnahmen der Mediengeschichte.

00:23:13: Innerhalb von ungefähr, zweiunddreißig bis siebendreessig Sekunden ist das Luftschiff zerstört.

00:23:19: Das genaue Zeitfenster wird in den Quellen leicht unterschiedlich angegeben.

00:23:24: Sicher ist der Brand breitete sich rasen schnell aus – das Heck sinkt ab!

00:23:29: Der Bug richtet sich noch einmal auf.

00:23:32: Dann stürzt das brennende Grippe zu Boden.

00:23:35: Ein gigantisches Zeichen deutscher Technik endet als brinnendes Frag Auf einem Flugfeld in New Jersey.

00:23:55: Siebenundneinzig Menschen waren an Bord der Hindenburg.

00:23:58: Fünfunddreißig von ihnen starbten, dreizehn Passagiere und zweiundzwanzig Besatzungsmitglieder.

00:24:05: Hinzu kam ein Mitglied der Bodenmannschaft.

00:24:08: Insgesamt forderte die Katastrophe also sechsunddreißig Todesopfer.

00:24:12: Zweiundsechzig Menschen an BORD überlebten.

00:24:16: Angesichts der Geschwindigkeit, mit der das Luftschiff zerstört wurde ist diese Zahl fast kaum zu begreifen.

00:24:21: Innerhalb von weniger als einer Minute verwandelte sich die Hindenburg in ein brennendes Wrack und trotzdem gelang es mehr als der Hälfte der Menschen an Bord dem Feuer zu entkommen.

00:24:31: Genau das macht diese Katastrophe so schwer fassbar!

00:24:36: Sie war tödlich schnell

00:24:38: und vollkommen

00:24:38: zerstörerisch aber sie war nicht für alle Menschen an bord unausweichlich.

00:24:43: einige konnten springen Andere hatten Glück, weil sie sich in einem Bereich des Schiffes befanden aus dem Sie noch entkommen konnten.

00:24:52: Wieder andere überlebten schwer verletzt.

00:24:55: Für die sechsunddreißig Menschen, die starben war es eine Katastrophe ohne Ausweg!

00:25:00: Für die Überlebenden war es ein Moment der ihr Leben zwar rettete – sie aber vermutlich nie wieder losließ.

00:25:06: Kapitän Max Bruss überlebte schwer verlezst.

00:25:10: Er erlitt schwere Brandwunden und blieb bis zu seinem Tod nineteenhundertsechzig überzeugt dass die Hindenburg durch Sabotage zerstört worden war.

00:25:19: Das war seine persönliche Überzeugung, bewiesen wurde sie wie bereits erwähnt nicht.

00:25:26: Ernst Lehmann der Direktor der Deutschen Zeppelin-Rederei sprang ebenfalls aus dem brennenden Schiff.

00:25:32: er wurde schwer verletzt und starb am siebten Mai neunzehundertsebenunddreißig im Krankenhaus an seinen Verbrennungen.

00:25:39: Zu den überlebenden gehörte Werner Franz.

00:25:42: Er war es vierzehn Jahre alt und arbeitete als Kabinenjunge.

00:25:46: Während des Brandes platzte ein Wassertank über ihm, der Wasserstrahl schützte ihn offenbar lange genug vor den Flammen um zu entkommen.

00:25:55: Berner Franz überlebte fast unverletzt aber das Erlebnis ließ ihn nie los.

00:26:01: Er starb am dreizehnten August zwei Tausend Vierzehn im Alter von Zweiund Neunzig Jahren.

00:26:07: er war der letzte überlebende Besatzungsangehörige der Hindenburg.

00:26:12: Der letzte überlebende Passagier war Werner Döner.

00:26:16: Er war zum Zeitpunkt des Unglücks acht Jahre alt, er starb am achten November.

00:26:20: zwei tausend neunzehn in Laconia New Hampshire im Alter von neunzig Jahren.

00:26:25: mit ihm verschwand die letzte direkte menschliche Verbindung zu den Ereignissen des sechsten Mai nineteen hundert sieben und dreißig.

00:26:34: Die sterblichen Überreste der deutschen Todesopfer wurden mit dem Damm vor Hamburg über den Atlantik gebracht.

00:26:41: Am einundzwanzigsten Mai, in unserem sieben und dreißig trafen Sie ihn Kuchsharfen ein.

00:26:46: Es folgte ein staatlich inszenierter Trauerakt – einen Sonderzug der Reichsbahn brachte die Serge in die jeweiligen Heimatorte.

00:26:53: In Friedrichshafen wurden mehrere Besatzungsmitglieder unter großer öffentlicher Teilnahme beigesetzt.

00:26:59: Josef Spähe, der amerikanische Akrobat überlebte den Absturz.

00:27:04: Später erfuhr er, dass sein Name im Zusammenhang mit Sabotage vermittelt und überprüft worden war.

00:27:11: Der Grund war unter anderem, dass er während der Fahrt Zugang zum Gepäckbereich gehabt

00:27:16: habe.".

00:27:18: Hier haben wir kurz drüber gesprochen.

00:27:20: Das FBI untersuchte ihn.

00:27:22: Belastbare Beweise wurden nicht gefunden.

00:27:26: Trotzdem blieb dieser Verdacht in späteren Erzählungen immer wieder an ihm hängen.

00:27:32: das ist einer der menschlich bittersten Punkte dieser Geschichte.

00:27:35: Manche Menschen überlebten die Katastrophe körperlich, aber sie blieben trotzdem mit ihr verbunden.

00:27:41: Durch Trauma durch Bilder, durch Fragen oder durch Verdächtigungen,

00:27:45: die

00:27:45: nie bewiesen

00:27:46: wurden.".

00:28:14: Unmittelbar nach dem Unglück begannen Untersuchungen auf deutscher und amerikanischer Seite.

00:28:19: Reichs Luftfahrtminister Hermann Göring setzte einen deutschen Untersuchungsausschuss ein.

00:28:25: Auch die USA untersuchten die Katastrophe durch zuständige Stellen des Handelsministeriums.

00:28:30: Die amerikanische Untersuchungen war umfangreich, noch am Abend des Unglücks war ein Luftfahrtinspektor des Handelministeriums vor Ort.

00:28:38: Vor Mitternacht trafen weitere Vertreter des Ministeriums am Unglugsort ein.

00:28:44: In den folgenden Wochen fanden öffentliche Anhörungen statt in Laycourst, in Esbury Park und New York.

00:28:51: Sie liefen vom zehnten bis zum achtentzwanzigsten Mai, nineteenhundertsiebenunddreißig.

00:28:55: Beteiligt waren verschiedene Stellen- und Fachleute – unter anderem die US Navy, das FBI, das Weather Bureau, das Bureau of Standards, Polizei, Explosivstoffexperten, Fotografen-, Filmleute-, Reporter- und Augenzeugen.

00:29:12: Daran sieht man, die Ursache wurde nicht einfach schnell festgelegt.

00:29:15: Man sammelte Aussagen, technische Hinweise, Wetterdaten, Film- und Fotomaterial – trotzdem kam am Ende kein absolut sicherer Beweis heraus!

00:29:25: Der amerikanische Untersuchungsbericht erschien im Sommer hier in den letzten Jahren.

00:29:30: Das Ergebnis?

00:29:31: Das Feuer sei wahrscheinlich durch eine elektrische Erscheinung ausgelöst worden, die ein Wasserstoff Luftgemisch entzündet habe.

00:29:38: Ein endgültiger Beweis wurde jedoch nicht vorgelegt….

00:29:41: Der Deutsche Bericht, der in den letzten Jahren veröffentlicht wurde, formulierte ebenfalls vorsichtig.

00:29:48: Auch dort galt eine elektrische Entladung als wahrscheinliche Ursache.

00:29:52: Sabotage wurde theoretisch nicht vollständig ausgeschlossen aber nicht bewiesen.

00:29:57: Das ist der Kern.

00:29:59: Beide Untersuchungen fanden keine endgültige zweifelsfreie Ursache.

00:30:03: Die plausibelste technische Erklärung die sich über Jahrzehnte herausgebildet hat sieht ungefähr so aus Kurz vor der Landung führte die Hindenburg-Wendemanöver durch.

00:30:13: Möglicherweise riss dabei im Innern ein Draht oder Spannenseil.

00:30:17: Ein solches Teil könnte eine Gaszelle im Heckbereich beschädigt haben, Wasserstoff trat aus und sammelte sich zwischen Gaszellen und Außenhülle.

00:30:26: Dort entstand ein brennbares Wasserstoffluftgemisch – was fehlte war eine Zündquelle!

00:30:32: Hugo Ekena entwickelte bereits kurz nach dem Unglück eine elektrostatische Erklärung.

00:30:37: Die Hindenburg war durch Gewitterluft, Regen und elektrische Spannung in der Atmosphäre offenbar aufgeladen.

00:30:44: Als die Landetower dem Boden erreichten konnte sich der metallische Rahmen des Schiffes elektrisch anders verhalten als die Außenhülle.

00:30:51: Zwischen diesen Bereichen könnte eine Potenzialdifferenz entstanden sein – ein Funke hätte dann gereicht um das Wasserstoffluft gemischt zu entzünden.

00:31:00: Spätere experimentelle Untersuchungen stürzten diese Richtung.

00:31:04: Unter anderem wurde untersucht, ob sich zwischen Außenhülle und Gerippe tatsächlich lokale elektrische Spannung bilden konnten.

00:31:11: Die Ergebnisse zeigten – unter bestimmten Bedingungen waren energiereiche Funken möglich!

00:31:17: Das passt zur elektrostatischen Hypothese.

00:31:20: Offen bleibt trotzdem eine wichtige Frage.

00:31:23: Warum vergingen mehrere Minuten zwischen dem Auswerfen der Landetauern und der Zündung?

00:31:28: Eine Erklärung lautete die Seile seien erst durch den Regen leidfähig geworden.

00:31:33: Spätere Untersuchungen stellten diese einfache Erklärung in Frage.

00:31:38: Die genaue Abfolge bleibt also bis heute nicht vollständig geklärt.

00:31:42: Nach heutigen Stand ist die technische Unfalltheorie dennoch die wahrscheinlichste, ein Wasserstoffleck im Heckbereich, ein brennbares Gasluftgemisch und eine elektrostatische Entladung als Zündquelle – wahrscheinlich aber eben nicht endgültig bewiesen!

00:31:57: Eine weitere Hypothese wurde in den Neunzehnhundertneinzigerjahren durch den NASA-Engineur Edison Bain bekannt.

00:32:03: Er legte den Schwerpunkt stärker auf die Außenhülle der Hindenburg.

00:32:07: Die Hülle bestand aus Stoffbahnen, die mit verschiedenen Substanzen behandelt worden waren unter anderem mit Aluminiumanteilen und Eisenoxid.

00:32:15: Bain argumentierte diese Beschichtung habe stärker zum Brand beigetragen als lange angenommen wurde.

00:32:22: Diese These wurde populär – blieb aber umstritten!

00:32:25: Viele Fachleute halten weiterhin austretendem Wasserstoff und eine elektrostatische Zündung für die Hauptursache.

00:32:31: Wichtig ist, die Außenhülle kann zur Brandausbreitung beigetragen haben – daraus folgt aber nicht automatisch dass sie eigentliche Ursache der Katastrophe war.

00:32:42: Das macht diese Geschichte so schwierig.

00:32:44: Es gibt viele Fragen Warum trat Wasserstoff aus?

00:32:47: Wo begann der Brand?

00:32:48: Welche Rolle spielte die elektrische Aufladung?

00:32:51: Wie stark brannte die Hülle selbst, warum geschah die Zündung ausgerechnet in diesem Moment.

00:32:57: Viele Antworten passen teilweise zusammen.

00:32:59: Eine abschließende lückenlosere Konstruktion gibt es bis heute nicht.

00:33:04: Und dann gibt es noch eine Theorie, die nie ganz verschwunden ist.

00:33:07: Wir haben schon davon gehört aber wir sollten noch einmal kurz darauf eingehen.

00:33:11: Die Sabotage Schon kurz nach dem Unglück tauchten wie wir ja jetzt wissen Sabotagerüchte auf.

00:33:18: Zeitungen, Experten, Laien und Menschen mit sehr unterschiedlichen Motiven meldeten sich mit Erklärungen.

00:33:24: Manche waren ernst gemeint – andere eher wild!

00:33:27: Das lag auch an der Zeit.

00:33:33: In den letzten Jahren veröffentlichte der Autor A.A.

00:33:44: Höhling das Buch Who Destroyed the Hindenburg?

00:33:48: Darin lehnte er technische Unfalltheorien weitgehend ab und nannte einen konkreten Verdächtigen, Erich Spel.

00:33:54: Spel war ein junger Mann aus der Besatzung der Hindenborg – er arbeitete als sogenannte Riga!

00:33:59: Das bedeutet, er gehörte zu den Crewmitgliedern die im Innern des Luftschiffs mit Verspannungen, Laufgängen, Gerüstteilen und Bereichen rund um die Gaszellen zu tun hatten….

00:34:11: Er war also jemand, der sich an Stellen des Schiffes bewegen konnte die für normale Passagiere nicht zugänglich waren.

00:34:17: Höhling stellte später die These auf Spiel habe aus politischen Motiven eine Bombe an Bord gebracht.

00:34:23: Diese Darstellung stützte sich auf Indizien Deutungen und spätere Aussagen.

00:34:27: Sie ist aber keine gesicherte historische Tatsache.

00:34:31: Das muss man sehr klar sagen.

00:34:32: Erik Spiel starb in Folge der Katastrophe.

00:34:35: er konnte sich gegen diese späteren Verdächtigung nie verteidigen.

00:34:39: Weder die amerikanische noch die deutsche Untersuchungskommission konnte, wie wir jetzt wissen, Sabotage belegen.

00:34:45: Auch eine Beteiligung spielts wurde nicht bewiesen.

00:34:48: Sein Name gehört deshalb nur in diese Folge weil spätere Bücher und Filme ihn zu einem Teil der Hindenburg Erzählung gemacht haben – nicht, weil seine Schuld feststeht!

00:34:58: Zehn Jahre später, two hundred seventy-two, erschien Michael McDonald's Munis Buch Sohindenburg.

00:35:04: Auch dieses Buch griff die Sabotageerzählung auf und machte daraus eine deutlich dramatischere, erzählerisch zugespitzte Darstellung.

00:35:12: Die Grundidee war ähnlich – die Hindenburg sei nicht durch einen technischen Unfall zerstört worden sondern durch einen Menschen am Bord.

00:35:20: Später wurde diese Richtung durch den Hollywood-Film Seehindenburg von.

00:35:25: Der Film war kein nüchterner Untersuchungsbericht, sondern ein Katastrophenfilm.

00:35:30: Er nahm historische Elemente, reale Namen, echte Orte und bekannte Spekulationen und formte daraus eine dramatische Swiller-Handlung.

00:35:39: Für A.A.

00:35:40: Höhling wurde genau das zum Problem – er war der Meinung, Mooney und die Filmproduktion hätten seine Grundidee übernommen, also die Vorstellung dass Eric Spiel die Hindenburg sabotiert habe!

00:35:52: Höhling verklagte deshalb Universal und später auch Muni beziehungsweise die Beteiligten rund um Buch- und Film wegen Urheberrechtsverletzung.

00:36:00: Das Gerichtsverfahren ist interessant, weil es zeigt wie schwierig historische Stoffe rechtlich sind – denn das Gericht sagte im Kern, Höhlings hatte zwar ein Urheberecht an seinem Buch also an seiner konkreten Formulierung und Darstellung aber er konnte nicht die historischen Fakten oder seine historische Deutung für sich allein

00:36:18: beanspruchen.".

00:36:19: Das Gericht beschäftigte sich ausdrücklich mit der Frage, ob die Sabotage-Hypothese um Erich Spiel geschützt sein konnte.

00:36:26: Die Antwort war Nein – eine historische Interpretation bleibt keine geschützte Erfindung nur weil ein Autor sie zuerst ausführlich formuliert hat.

00:36:35: Anders gesagt, Höhlinge konnte nicht verhindern dass andere Autoren oder Filmemacher dieselben historischen Fakten dieselben Gerüchte oder dieselbe Sabotagethese aufgriffen solange sie nicht seine konkrete sprachliche Gestaltung kopierten.

00:36:55: Es zeigt nur, dass die Sabotage-These inzwischen Teil der öffentlichen Hindenburg Erzählung geworden war – in Büchern, Hollywood und sogar vor Gericht.

00:37:17: Gesichert bleibt deshalb nur, Sabotage wurde geprüft.

00:37:20: Eine Beteiligung spielts wurde nicht bewiesen.

00:37:23: Die offiziellen Untersuchungen fanden keinen tragfähigen Beleg für einen Anschlag.

00:37:27: Das NS-Regime hatte politische Gründe vorsichtig mit einer Sabotagerklärung umzugehen.

00:37:32: Ein erfolgreicher Anschlag auf ein deutsches Vorzeigeschiff hätte Schwäche gezeigt.

00:37:37: Gleichzeitig hätte eine Anschlagsbehauptung propagandisch auch genutzt werden können.

00:37:42: Warum das Regime vergleichsweise zurückhaltend reagierte, bleibt ein interessanter Punkt.

00:37:47: Ein Beweis für eine Vertuschung ist es aber nicht – damit bleiben wir bei dem saubersten Fazit!

00:37:52: Die wahrscheinlichste Erklärung ist ein technischer Unfall mit austretendem Wasserstoff und elektrostatischer Zündung.

00:37:59: Sabotage wurde nicht bewiesen.

00:38:01: Einige Fragen bleiben offen….

00:38:20: Nach dem Brand wurden die deutschen Zeppelin-Passagierfahrten eingestellt.

00:38:25: Die Hindenburg-Katastrophe bedeutete faktisch das Ende der großen kommerziellen Passagierfahrt mit dem Stahluftschiffen.

00:38:34: Die LZ-Hundertzwanzig Graf Zepplin, das ältere und berühmte Schwesterschiff befand sich auf dem Rückweg von Südamerika nach Deutschland als die Besatzung von der Katastrophe erfuhr.

00:38:47: Den Passagieren wurde die Nachricht zunächst vorenthalten.

00:38:51: Als das Schiff am achten Mai, in Friedrichshafen-Eintraff hatte sich die Zukunft der großen Passagierluftschiffe bereits verdunkelt.

00:39:00: Die Grafzeppelin wurde danach nicht mehr im regulären Passagerverkehr eingesetzt.

00:39:07: Die LZ-Hundertdreißig Graf Zepplin II, das jüngere Schwesternschiff der Hindenburg war zum Zeitpunkt des Unglückes noch im Bau.

00:39:15: Es wurde fertiggestellt, kam aber nie in den regulären kommerziellen Passagierdienst.

00:39:20: Neunzehnhundertneununddreißig wurde LZ Hundertdreßig für Funkmesse und Aufklärungsfahrten genutzt.

00:39:27: Besonders bekannt wurde eine Fahrt Anfang Abus neunzehntnäunund dreißig entlang der britischen Küste.

00:39:34: Dabei wollte Reichs-Luftfahrtsschiffsministerium Informationen über das britische Radarsystem gewinnen.

00:39:42: Kommandiert wurde der Schiff bei solchen Fahrten nicht von Hugo Ekena, sondern von erfahrenen Luftschiffskapitänen wie Albert Sampt.

00:39:53: In den Krieg wurden elzehntonertziemundzwanzig und elzehnertdreißig auf Befehl des Reichs Luftfahrtschiffsministeriums demontiert.

00:40:02: Das Material wurde für die Rüstung eingeschmolzen.

00:40:06: Was jahrzehntelang für Fortschritt eleganz- und Ingenieurkunst gestanden hat, endete als Rohstoff für den Krieg.

00:40:14: In Deutschland war die mediale Berichterstattung über die Katastrophe auffällig gedämpft.

00:40:19: Die Bilder des brennenden Luftfahrtsschiff passten nicht zu der Stärke, die das Regime zeigen wollte.

00:40:30: Begeisterung für die neue Zeppelin-Projekte entstand nicht mehr.

00:40:35: Anders als viel nach dem Brand von LZV gab es keine große Volksbewegungen, die den Zeppelinen Traum noch einmal rettete.

00:40:44: In den USA war die Wirkung völlig anders.

00:40:47: Die Filmaufnahmen und Habers Morrison's Tonaufnahmen verbreiteten sich stark das Vertrauen in Wasserstoff und Luftfahrtsschiffe brach ein.

00:40:56: Hierzu kamen, die Flugzeugindustrie holte sichtbar auf.

00:41:01: Spätestens im Jahr neununddreißig als Pan-M reguläre Transatlantikflüge mit zahlenden Passagierenaufnahmen war deutlich worin sich der internationalen Luftverkehr entwickeln würde.

00:41:11: Die Hindenburg hatte gegenüber dem Flugzeug vor allem einen Vorteil Komfort.

00:41:16: sie war leiser geräumiger eleganter Aber nach dem Sechsten Mai, bei dieser Komfort nicht mehr genügend.

00:41:25: Die Ära der großen Zeppeline dauerte von nineteenhundert bis neunzehnunddreißig siebenunddreißig Jahre und sie endete in weniger als einer Minute.

00:41:47: Das wurde aus Hugu-Ekkena.

00:41:48: Nach dem Unglück geriet er eine schwierige Lage.

00:41:51: Einerseits stand der Zeppelin Betrieb unter enormen Druck Andererseits wurde ausgerechnet Ekena erneut gebraucht, um in den USA über Helium zu verhandeln.

00:42:04: Wenn der Zettlin-Verkehr überhaupt noch eine Zukunft haben sollte, brauchte Deutschland Helium – er scheiterte!

00:42:11: Das amerikanische Exportverbot blieb bestehen.

00:42:15: Ekenat zog sich in den folgenden Jahren zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück in Konstant, einer der ersten Nachkriegszeitungen im Südwesten Deutschlands.

00:42:28: In seinem Entnazifizierungsfragebogen gab er an, weder der NSDAP noch einer ihrer Gliederung angehört zu haben.

00:42:40: Hugo Eckner starb am vierzehnten August, in Friedrichshafen.

00:42:46: Er wurde fünfundachtzig Jahre alt.

00:42:48: Ob er die Hindenburg je wirklich losgelassen hat, wissen wir nicht.

00:42:53: Aber es ist schwer vorstellbar dass ein Mann der sein Leben der Luftschifffahrt gewidmet hatte den Brand von Lakehurst, die aus seinem Gehechtechnisch streichen konnte.

00:43:38: Die Hindenburger ist längst mehr als ein historisches Ereignis.

00:43:41: sie ist ein Bild und ein Klang.

00:43:43: In den letzten Jahren, mehr als drei Jahrzehnte nach der Katastrophe, wählte die britische Rockband Led Zeppelin das Foto der brennenden Hindenburg für ihr erstes Albumcover.

00:43:54: Es brauchte keine Erklärung – das Bild stand für sich!

00:43:58: Auch an den Finanzmärkten lebt der Name weiter….

00:44:01: Das sogenannte Hindenburg-Omen ist eine technische Analysemethode, die auf eine mögliche erhöhte Gefahr von Kursstürzen hinweisen soll.

00:44:09: Der Name funktioniert als Metapher – ein System das scheinbar stabil ist bis es plötzlich brennt!

00:44:15: Was macht einen Ereignis zum Mythos?

00:44:17: Vielleicht das Zusammentreffen von Größe und Vergänglichkeit.

00:44:21: Vielleicht die Tatsache, dass die Hindenburg fotografiert, gefilmt und auf Ton festgehalten wurde.

00:44:27: Vielleicht auch die Lücken, die keine spätere Untersuchung vollständig schließen konnte!

00:44:32: Die Hindenburger Katastrophe war nicht die tödlichste Luftschiff-Katastrophe.

00:44:36: Vier Jahre zuvor, an nineteenhundertdreißig, war bereits die USS Akron abgestürzt – ein heliumgefülltes Stahluftschiff der US Navy.

00:44:45: Anders als die Hindenburg war sie kein ziviles Passagierschiff, sondern ein militärisches Luftschiff das sogar kleine Flugzeuge mitführen konnte.

00:44:57: geriet die Akron vor der Küste von New Jersey in schweres Wetter und stürzte in den Atlantik.

00:45:03: Von Sechsen-Siebzig Menschen am Bord starben drein-sebzig, nur drei überlebten.

00:45:08: Damit war der Absturz der USS Akron noch tödlicher als die Katastrophe von Lakehurst.

00:45:13: Trotzdem ist heute v.a.die Hindenburg im kollektiven Gedächtnis geblieben.

00:45:18: Von der Akron gibt es keine vergleichbaren Filmaufnahmen, keinen weltweit bekannten Radiokommentar – kein einziges Bild das sich so tief eingebrannt hat!

00:45:27: Die Hindenburg wurde nicht nur zu einer Katastrophe der Luftfahrtgeschichte, sie wurde zu einem Medienereignis.

00:45:33: Die Hendenburg war eines der ersten Katastrophenereignisse das durch Filmaufnahmen Fotos und Tonaufnahmen weltweit so unmittelbar massenmedial erlebt wurde.

00:45:43: Dabei entstand später ein Missverständnis, das bis heute hält.

00:45:46: Viele Menschen glauben Herbert Morrison's Worte seien live im Radio zu hören gewesen – das stimmt nicht!

00:45:53: Niemand saß zu Hause am Radio und hörte in diesem Moment wie die Hindenburg brannte.

00:45:58: Morrison nahm vor Ort auf… Die Aufnahme wurde es später ausgestrahlt….

00:46:02: Aber gerade diese Aufnahme fühlte sich für die Hörerinnen und Hörers so unmittelbar an als wären sie dabei gewesen ….

00:46:09: Das ist vielleicht der eigentliche mediengeschichtliche Einschätzung.

00:46:12: Die Katastrophe wurde nicht nur berichtet, sie wurden nacherlebbar.

00:46:16: Man konnte den Moment wiederholen!

00:46:18: Man konnte die Stimme erneut hören – man konnte die Bilder erneuts sehen.

00:46:22: Aus einem Unglück wurde ein ikonischer

00:46:24: Augenblick.".

00:46:24: Heute bewahrt das Zeppelin Museum in Friedrichshafen die Erinnerung an diese Epoche.

00:46:29: Dort geht es nicht nur um den Brand von Leicorst, sondern auch um die Zeit davor – um technische Träume, politische Vereinahmung, Luxusreisen, internationale Routen und die Hoffnung, den Atlantik majestätisch leise und langsam zu überqueren.

00:46:44: In einem Schiff, dass mehr Kreuzfahrddampfer als Flugzeug war.

00:46:47: Diese Zeit ist vorbei!

00:46:49: Aber die Frage, die die Hindenburg hinterlassen hat?

00:46:52: Ist es nicht…?

00:47:00: Uns beschäftigt an dieser Geschichte vor allem der Widerspruch.

00:47:04: Die Hindenburg war luxuriös, technisch beeindruckend und für viele Menschen ein Versprechen auf die Zukunft.

00:47:12: Gleichzeitig beruhte ihr Betrieb auf einem gefährlichen Kompromiss.

00:47:17: Helium wäre sicherer gewesen?

00:47:19: War aber politisch nicht verfügbar.

00:47:22: Wasserstoff war technisch möglich Aber riskant.

00:47:26: Darin liegt ein Teil der Tragik.

00:47:28: Dieses Schiff war eingebunden in Politik Macht, Misstrauen und Propaganda.

00:47:35: Es war ein Passagierschiff in der Luft – aber auch ein Symbol seiner Zeit, die immer gefährlicher wurde!

00:47:40: Wir denken auch an die Menschen, die nach dem Brand nicht einfach aus dieser Geschichte verschwunden sind.

00:47:47: An Erich Spehl des Name später in einer unbelegten Sabotage-These auftauchte.

00:47:53: An Josef Spähe, der überlebte und trotzdem mit Verdächtigungen konfrontiert.

00:48:00: An Werner Franz, der mit vierzehn Jahren aus einem brennenden Zeppelin entkam.

00:48:05: Aber natürlich nie wieder aus diesem Moment heraus kam.

00:48:08: und wir denken an Hugo Echeda weniger als Held eher als tragische Figur im Maschinenraum dieser Geschichte ein Mann, der eine zivile Zukunft der Luftschiffe glaubte Und erleben musste wie diese Technik erst politisch vereinnahmt und dann durch eine Katastrophe dauerhaft beschädigt wurde.

00:48:30: Am Ende musste er zusehen, wie ein Lebenstraum in Flammen aufging.

00:49:05: Ja,

00:49:27: damit ihr euch dort nicht gruseln müsst.

00:49:30: Zeppelin-Fraten sind ja auch immer noch eine große Attraktion und wenn man wie ich durch den Ort Zeppelin aus der die Familie von Zeppelines herkommt im schönen Mecklenburg schon gewesen ist und natürlich auch in Konstanz in dem wunderbaren Museum dann kann ich trotzdem sagen probiert Auch wenn ihr vielleicht Angst habt, mal eine Zeppelin-Fahrt aus.

00:49:56: Es ist immer noch ne coole Sache und heute sind die Dinger wirklich

00:50:01: sehr.

00:50:03: Also gruselt euch nicht zu doll!

00:50:05: Habt ein schöner Woche, passt auf euch auf und wir haben euch lieb.

00:50:09: Ja und wenn ihr uns auch liebt habt dann folgt uns doch bitte bei Instagram, bei zwischen coole Currywurst und Mord

00:50:18: der... Und Twitter

00:50:20: und Twitter.

00:50:20: Und wenn euch das mit Anki gefallen hat, dann folgt ihr doch auch bitte unter chronikpunkt der Punkt Schatten Unterstrich Podcast.

00:50:31: Das würde uns sehr freuen!

00:50:35: Dann bis zum nächsten Mal die Lieben!

00:50:55: Tschüss!

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